Zi Ran Wu Yi Kung Fu Schule

Portrait   Richard Mattila

Nachdem ein Künstler ein Bild gemalt hat, wird es Menschen geben die Inspiration und Freude in diesem Bild finden. Gleicherweise wird es auch Menschen geben, die in diesem Bild das Gegenteil finden. Jeder hat die Freiheit, anzuschauen was er will und seine Meinung dazu zu haben. Letztlich hat jedoch der Künstler das Bild für die Leute gemalt, die Inspiration und Freude in diesem finden können.

Dasselbe gilt auch für mich. Meine Kampfkunst ist für die Leute gedacht, welche Inspiration und Freude darin finden können. Meine Überzeugung ist, dass je klarer und ehrlicher wir Menschen miteinander sind, desto einfacher und schneller werden wir Menschen finden, die zu uns passen und die die gleiche Resonanz haben. Aus diesem Grund möchte ich etwas ausführlicher über meine Person und meinen Werdegang berichten.

Lebenslauf

Mein Name ist Richard Kleinert. Ich wurde am 19. August 1970 in Stockholm in Schweden geboren. Meine ersten zwei Lebensjahre verbrachte ich am Rande der schönen Hauptstadt Stockholm. Danach zog ich mit meinen Eltern nach Arvika, welches ebenfalls in Schweden liegt. Dort lebten wir ausserhalb der Stadt in der wunderschönen Natur.

Frühe Kindheit und Grundschule

In meiner Kindheit war ich entweder sehr ruhig, nachdenklich und philosophisch oder wild und lausbübisch. Ich liebte die Natur und fand in ihr immer Frieden, Trost und Begeisterung. Schweden ist zehnmal grösser als die Schweiz, ist zu 75% von Wald bedeckt und hat unzählige grosse wie kleine Seen. Die reine Luft ist für mich mehr wert als alle anderen materiellen Dinge, die man in der Welt kaufen kann. Als Kind legte ich mich gern und oft mitten auf einem Feld auf den Boden und verschmolz mit der Natur und konnte stundenlang die  vorbeiziehenden Wolken betrachten. Wegen der Stille und Ruhe ging ich in der Nacht auch gerne tief in den Wald um zu meditieren.

Weil es dunkel war, kam manchmal ein wenig Angst in mir hoch. Doch wenn ich sah, wie die Aura der Bäume leuchtete, die Elfen im Mondlicht tanzten und die lustigen Trolle diese träumerisch anschauten und bewunderten, wie der Wind spielte und die Erde in einem schönen gelben Licht pulsierte und strahlte, beruhigte es mich und ich wurde von innerem Frieden und Begeisterung erfüllt. Es lag Magie in der Luft.

Da könnte man leicht glauben, dass ich eine richtig wilde Fantasie als Kind hatte oder Fliegenpilze gegessen hätte und halluzinierte. Ja, vielleicht war es so.

Als die Grundschule begann bemerkte ich, wie man uns Kinder in ein Glaubenssystem konditionierte, welches uns von unserem Glauben an uns selbst wegführte und uns unserer inneren Freude und Freiheit beraubte. Ich fand viele Dinge dumm sowie unlogisch und wiedersprach den Sachen die wir lernten. Dies brachte mich manchmal in Schwierigkeiten.

Natürlich interessierten mich auch viele Dinge. Sonst hätte ich die Schulzeit wahrscheinlich nicht aushalten können. Wie auch immer; ich begann mehr und mehr meine klare, natürliche und logische Denkweise sowie meine hellseherischen Fähigkeiten zu verlieren.

Jugend

Mit dreizehn Jahren begann ich diszipliniert jeden Tag zu meditieren und fand wieder zu mir selbst und der Natur zurück. Meine Gedanken wurden klarer und meine Wahrnehmung und Sensibilität erweiterten sich. Ich begann wieder feinstofflichere Ebenen wahrzunehmen.

1983, in dem Jahr als ich dreizehn Jahre alt geworden bin, begann ich neben dem Meditieren mit grosser Begeisterung Shōrinji Kempō zusammen mit meinem besten Freund, Remy Brändefalk, zu trainieren. Das legte für uns beide ein gutes Fundament für unsere Kampfkunst. Später schlug Remy den Weg in Richtung Sport ein und gewann die Schwedische Goldmedaille im Thaiboxen und die Silbermedaille an der Weltmeisterschaft K1. Heute geht Remy seiner Leidenschaft im Joggen von Langstrecken nach und es ist für ihn zur Meditation und zu seinem spirituellen Weg geworden.

Ich ging weiter den Weg der Kampfkunst. Ich wuchs in einer Kampfkunst praktizierenden Familie auf und es ist schwer zu sagen, wann ich wirklich damit begann. Mit meinem älteren Bruder kämpfte ich fast jeden Tag. Manchmal auch ein bisschen zu wild. So gab es eine Zeit, in der wir regelmässig ins Spital mussten. Meistens um eine Wunde zu nähen. Vielleicht habe ich ihm am meisten für meine heutige Grundlage der Kampfkunst zu danken.

Ich hatte das Glück in meiner kleinen Heimatstadt Arvika (ca. 20'000 Einwohner) mit mehreren, sehr kompetenten Kampfkünstlern und Kampfsportlern trainieren zu dürfen. So zum Beispiel der Trainer der norwegischen Nationalmannschaft im Boxen, der nach Arvika zog und dort ein Trainingsgym eröffnete. Er stellte für mich ein Kraft-Trainingsprogramm für Kampfkunst zusammen und übte mit mir oft nach meinem persönlichen Krafttraining das Westliche Boxen. Es war eine fantastische Bereicherung allein mit ihm trainieren zu dürfen. Er war wirklich ein guter Trainer.

Der Träger der Schwedischen Goldmedaille im Judo lebte ebenfalls in Arvika und trainierte mit mir und meinem Bruder Judo. Das Training mit ihm war sehr gut, jedoch war Judo nicht so mein Ding. Es packte mich nicht, oder wahrscheinlich mochte ich es eher nicht gepackt zu werden und ständig zu Boden zu fliegen.

Eines Tages tauchte ein Japaner auf, welcher Tai-Chi Meister war und bald zeigte sich, dass er auch noch tiefe Kenntnisse im Ninjutsu hatte. Und so kam es, dass ich Tai-Chi und Ninjutsu von ihm lernte. Das hatte ich im Gegensatz zu Judo sehr gern und es hat mich geprägt.

Von 1983 bis 1990 verbrachte ich meine Freizeit hauptsächlich mit Meditieren oder beim Trainieren der Kampfkunst. Das körperliche Training war zu dieser Zeit sicher der intensivste Teil des Trainings und legte das Fundament für die Zukunft.

Erwachsenenalter und Wegzug nach Seattle

Nachdem ich mein Studium in der Naturwissenschaft und Alternativmedizin abgeschlossen hatte, zog ich im Mai 1990 in die Schweiz, der Heimat meines Vaters. Hier praktizierte ich hauptsächlich Wing Chun, Kali Escrima, Shaolin Kung-Fu und Tai-Chi Quan.

Vier Jahre später (1994) zog ich nach Seattle in den USA. Dort trainierte ich unter der Leitung von Taky Kimura, dem Unterinstruktor und engen Freund der Kung Fu Legende Bruce Lee, und mit vielen anderen langjährigen und grossartigen Kampfkünstlern aus Seattle JKD - Jun Fan Kung-Fu. Hier begann ich Kampfkunst sehr viel tiefer zu verstehen als jemals zuvor.

Damals hatte Taky Kimura den Trainingsraum unter seinem Lebensmittelladen «Shopright» in Seattle. Die freundliche Stimmung und Motivation beim Training war einzigartig. Die Schule war privat und nicht öffentlich. Der Unterricht war gratis. Als Dankeschön für das Training gingen alle Schüler nach dem Training mit einem Besen auf den Parkplatz und wischten ihn in 15 Minuten sauber - das war es.

Taky Kimura war sehr mitfühlend, bescheiden und besass eine besondere Ruhe und Ausstrahlung. Damals war er 72 Jahre alt. Von seinem Aussehen und Beweglichkeit her schätzte ich ihn nicht mehr als 50 jährig ein. Ich konnte es ihm nicht glauben, als er mir sagte, dass er 72 Jahre als sei. Es war eine wundervolle und intensive Zeit, die mein Leben und meine Kampfkunst bis heute stark beeinflusst.

Neue Erkenntnisse und Rückkehr in die Schweiz

Ich begann die Wichtigkeit von Spontanität, Einfachheit und Natürlichkeit zu verstehen und zu schätzen. Leider konnte ich nicht so lange in Seattle bleiben, wie ich wollte. Schon im nächsten Jahr (1995) musste ich wieder in die Schweiz zurück. Hier trainierte ich begeistert mit meinen neunen Erkenntnissen weiter.

Im Jahr 1996 wurde ich glücklicher Vater von meinem Sohn Jerome. Eine der schönsten und verantwortungsvollsten Aufgaben im Leben kam auf mich zu. Jerome trainiert jetzt auch in der Zi Ran Wu Yi Kung Fu Schule.

1997 lernte ich Falun Gong, einen buddhistischen Qi Gong Kultivierungsweg, kennen. Obwohl es nicht direkt mit Kampfkunst zu tun hat, so kam es aus China und hatte einen erstaunlichen positiven Einfluss auf meinen Körper, Geist und Seele. Es brachte meine Kampfkunst deutlich auf eine noch höhere Ebene und gab meinem ganzen Leben eine neue Tiefe, Kraft und Klarheit.

Die Gründung der Zi Ran Wu Yi Kung Fu-Schule

Einige Schulen in der Schweiz unterrichteten damals auch Jeet Kune Do. Jedoch sah es in meinen Augen mehr nach Wing Chun als Jeet Kune Do aus. Damit will ich nicht sagen, dass sie nicht gut waren. Aber es war weit weg davon was ich wollte. Wenn man einmal die Süsse der Freiheit gefühlt hat, möchte man sich selbst nicht mehr in einem System konditionieren.

Ich konnte keine Schule in der Schweiz finden, welche das unterrichtete, was ich trainieren wollte. So entschied ich mich selbst eine Schule zu eröffnen.

Inspiriert von den hohen Weisheiten und Werten, der Kraft und dem inneren Reichtum der Kampfkunst gründete ich im Jahr 1998 die Zī Rǎn Wu Yi Kung Fu Schule in Zürich.

Das Entstehen des Namens Zī Rǎn Wu Yi Kung Fu

Die Zeit mit Taky Kimura in Seattle war relativ kurz, jedoch nicht minder lehrreich. Ich fühlte, dass die Prinzipien Einfachheit, Spontanität und Natürlichkeit von Jeet Kune Do in meinem Herzen angekommen waren.

Obwohl das JKD Prinzip den Leitgedanken meiner Kampfkunst bestimmte, wollte ich nicht den Namen von Bruce Lees «Jeet Kune Do» sowie seinen Ruf für meine neue Schule anwenden.

Bruce Lee lehrte, dass man an sich selbst und an seine Einzigartigkeit glauben und andere nicht wie einen Papagei nachahmen sollte. Einige Leute haben Bruce Lees Techniken und Bewegungen wirklich sehr gut gelernt. Trotzdem, egal wie gut sie sind, sie können nicht Bruce Lee sein. Es wird immer nur einen Bruce Lee geben. Es geht wirklich auch nicht darum wie Bruce Lee oder sonst jemand anderes zu werden. Es geht darum sich selbst zu sein und sich selbst zu schätzen. Das ist unsere wichtigste Lebensaufgabe. Das Streben danach etwas anderes zu sein als was wir schon sind beraubt uns unseres eigenen Selbstwerts und inneren Friedens.

Unser Wert kann nicht an unseren Fähigkeiten und Handlungen gemessen werden. Jedes einzelne Leben ist absolut einzigartig und unermesslich wertvoll.

Um die Einzigartigkeit und den Wert von jedem Menschen ganz ausdrücken zu können, gab es keinen passenderen Namen als «Zī Rǎn» und so entstand die «Zī Rǎn Wu Yi Kung Fu Schule».

Systema 2003

Im Jahr 2003 erfuhr ich von der russischen Kampfkunst «Systema», die meine Begeisterung erweckte. Ich begann neben dem Training in meiner eigenen Schule unter der Leitung von Priska und Reto (Systema Schweiz) Systema zu lernen und nahm an so vielen Intensivwochen und Wochenendseminaren teil, wie ich konnte. Zwischen 2004 – 2011 mit Sergei Borschov und am 28./29. Oktober 2006 einmal mit Mikhail Ryabko und seinem Sohn Daniil Ryabko. Sergei Borschov hinterliess einen sehr starken Eindruck bei mir. Er besitzt einen wundervollen Charakter aus Demut und Freundlichkeit und hat eine exzellentes Kampfkunst-Niveau von unglaublicher Präzision, Fluss und Kraft.

https://www.youtube.com/watch?v=ir3p7zSLawU

Weil Sergei Borschov seit 2011 nicht mehr in die Schweiz kommt, habe ich seither kein Systema mehr praktiziert. Jedoch hat mich das Wissen von Systema so geprägt, dass es jetzt natürlich in den Unterricht hineinfliesst.

Familie

Am 10.10.2012 heiratete ich Jana und das Familienleben begann. Eine Zeit der Heiterkeit, Liebe, wundervollen Freundschaft, Zusammenarbeit und Verantwortung.

Aus dem Gedicht "Von der Ehe" von Khalil Gibran

Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel: Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein, so wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.

-- Khalil Gibran

Resümee

Als ein Kampfkünstler und als ein friedvoller Krieger aus dem Norden möchte ich diejenigen ansprechen ins Training zu kommen, welche Resonanz mit mir selbst, dem Wissen sowie der Unterrichtsart fühlen und welche zudem unsere Anforderungen erfüllen.

Ich möchte auch unabhängig von der Kung-Fu-Schule die Menschen mit Wissen inspirieren, während sie die Texte hier lesen.

Egal aus welchem Grund du jetzt beim Lesen bist, nehme ich die Gelegenheit wahr dir etwas zum Nachdenken mitzugeben.

Je mehr Angst wir haben und je mehr Wiederstand wir leisten desto schmerzhafter werden unsere Erfahrungen. Sobald wir jedoch los lassen sind wir unmittelbar wieder im Lebensfluss. Die Natur des Lebens ist Freude.

Jeder hat seinen eigenen Weg zu gehen. Richte nie deine Willenskraft auf die anderen, sonst verlierst du sie. Der freie Wille ist jedermanns Recht. Die wundervolle Willenskraft ist für uns da, um sie auf uns selbst zu richten, um unsere Gedanken zu fokussieren. Richten wir unseren Willen auf die anderen, so beginnen wir Konflikte. Jeder Streit, Kampf und Krieg hat diesen Ursprung.

Es ist meine volle Überzeugung, dass alle direkt oder indirekt den inneren Frieden suchen. Egal was wir uns wünschen,  so wünschen wir uns das nur im Glauben, dass es uns glücklicher macht, wenn wir das bekommen was wir wollen. Erst wenn wir wirklich im inneren Frieden sind, können wir die Fülle und Freude im Leben zulassen.

Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt.

-- Laotse

Den inneren Frieden kann uns niemand geben oder nehmen. Nur wir selbst können das - kein anderer. Es ist unsere Entscheidung, ob wir Frieden wollen oder nicht. Aus dem inneren Frieden kommen allen anderen Tugenden ganz natürlich.

Erlaube dir selbst deine Konditionierungen loszulassen. Werde still, richte deinen ganzen Willen auf dein Herz und frage dein Herz, was du wirklich möchtest. Fühle deine Bestimmung, finde unaufhörlich Einklang und Frieden mit dir selbst. Folge deiner Begeisterung und Glückseligkeit.

Drifte nicht sinnlos in diesem Leben herum. Verschwende es nicht, ohne dass du mit deinem Bewusstsein anwesend warst. Glaube an dich selbst. Sei dich selbst, sei wahrhaftig dich selbst, sei im Frieden.

Öffne dein Herz und empfange den Moment. Verliebe dich in das Jetzt.

Der Geist vollkommen klar, das Licht das Bewusstsein durchstrahlt, das Herz erwacht, voller Liebe es strahlt. Das ist himmlischer Frieden.

-- Richard Kleinert (17.11.2017)

 

Die Seele

 

Leben ist Bewusstsein. Sei dir des Lebens vollkommen bewusst.

Sei deinem inneren Selbst gegenüber wachsam als ein stiller Zeuge deines Geistes und deines Körpers.

Nur ein ruhiger Geist kann die Seele wahrnehmen. Nur im stillen Wasser können wir unser Spiegelbild klar sehen.

Einfachheit beendet alles Künstliche und ist der Anfang der Natürlichkeit.

 

Selbstdisziplin und Einfachheit

 

Was für ein Glück ein jeder Mensch wohl kennt

der Selbstdisziplin und Einfachheit sein eigen nennt.
Sein Leben strömt ununterbrochen wie des Wassers Fluss.

Indem er mit friedlichem Herzen die goldene Mitte nimmt
seine Zeit und Energie nicht bei Unwichtigem verrinnt.
Sein Leben ungebrochen voll kraftvoller Freud sein muss

--Richard Kleinert (09.06.2005 )

Richard   Schwert

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